Aktion zum Tag der Bürgerstiftungen am 16. Juni 2010
„Gemeinsam Gutes anstiften – Vor Ort aktiv deutschlandweit!“
Unter diesem Motto beging auch die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald den deutschlandweiten Aktionstag der Bürgerstiftungen 2010. Die noch junge Bürgerstiftung im Spreewald blickte auf das Gründungsdatum im Mai 2007 zurück und hatte mit der Vorstellung eines Landschaftspflegeprojektes zur ersten „Stiftungskahnfahrt“ eingeladen. Erstmalig gelang es, eine verbuschte Fläche, die an einer bedeutenden Kahnfährroute im wohl bekanntesten Spreewalddorf Lehde liegt, wieder in Kulturlandschaft zu verwandeln.
Gleichzeitig war dies aber auch ein Prüfstein, wie die Zusammenarbeit von Partnern vor Ort organisatorisch ablaufen kann. Neben den Sponsoren wie der Stadt Lübbenau und dem Hotelier Herrn Starick, waren es die vielen fleißigen Hände im Dorf selbst, die mit anpackten und die ausschließlich mit dem Spreewaldkahn erreichbare Fläche als ein Stück Kulturlandschaft wieder erlebbar machten. Eine Tiefbaufirma aus Boblitz im Spreewald führte mit Fachverstand und spezieller Technik die Spezialarbeiten aus. Die Biosphärenreservatsverwaltung Spreewald stand beratend für die Planung der Arbeiten zur Seite.
Dem Verein zur Erhaltung und Förderung des Spreewalddorfes Lehde e.V. mit seinem aktiven Vorstand und Mitgliedern sei hier besonders gedankt und ein Sponsorencheck der Bürgerstiftung von 500.- Euro zur Einweihung und Erhaltung dieser Landschaftspflegefläche überreicht. Denn der Fortbestand hängt von den Aktivitäten im Dorf selbst und zukünftigen Sponsoren ab.
„Jeder kann sich auch mit noch so kleinen Spenden oder eigenen Leistungen einbringen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Herr Landrat a.D. Holger Bartsch aus Lübbenau. Die Verbindung mit dem Spreewaldkahn ist einzigartig und soll besonders touristische Unternehmen anregen in die Kulturlandschaft und damit in die eigene Zukunft zu investieren. Die Fläche wurde bewusst an einer viel befahrenen Kahnfährroute gewählt, damit viele Gäste und Bürger ein erlebbares Stück Spreewald mit den Aktivitäten der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald in Verbindung bringen können und uns auch weiterhin unterstützen.
Die Bürgerstiftung hat im April 2010 finanzielle Zuwendungen aus den Mitteln der PS-Lotterie von der Sparkasse Niederlausitz erhalten.
Erhalt und Förderung des sortenreinen echten „Spreewälder Meerrettichs“
Der Erhalt der letzten einheimischen Kulturpflanze des Spreewaldes und ihres traditionell kleinteiligen Anbaus ist eines der
satzungsgemäßen Ziele der Bürgerstiftung „Kulturlandschaft Spreewald“. Der Spreewälder Meerrettich, der sich durch ganz besondere
Inhaltsstoffe (im pharmakologischen Sinne) auszeichnet und von allen bekannten Meerrettichsorten unterscheidet, ist in seinem genetischen
Bestand akut gefährdet. Der geringere Ertrag im Vergleich zum Bayrischen Meerrettich führt zur Verdrängung der einheimischen Sorte. Dabei
wurde die erwähnte pharmakologische Bedeutung bisher am Markt nicht weiter verfolgt. Eine Zukunftsoption weniger in der Spreewaldregion,
wenn diese Pflanze nicht erhalten wird.
Die Vermischung mit anderen Sorten ist bereits soweit fortgeschritten, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Mit dem sogenannten „Meerrettichprojekt“ setzt sich die Stiftung dafür ein, durch gezielte vegetative Vermehrung diese alte Kulturpflanze in Ihrem Bestand zu sichern und zu stabilisieren. In Zusammenarbeit mit einem Spreewälder Verarbeitungsbetrieb soll das Produkt „Echter Spreewälder Meerrettich“ als Stiftungsmeerrettich entsprechend vermarktet werden. Die aus Sicht des Verbraucherschutzes und des Markenerhalts „Spreewälder Meerrettich“ notwendigen jährlichen Zertifizierungen sind mit erheblichen organisatorischen und finanziellen Vorleistungen der Stiftung verbunden. Das Stiftungsvermögen ist erst im Aufbau und demzufolge noch recht bescheiden, so dass wir für die Projektfinanzierung bis auf weiteres auf die Unterstützung durch Spenden und Sponsoring angewiesen sind.
Bürgerstiftung „Kulturlandschaft Spreewald“ zieht Bilanz
Pressemitteilungen
Übergabe der Stifterurkunde an die StadtKulturlandschaft Spreewald braucht Unterstützung. Die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald will auf breiterer Basis mehr Akzeptanz und Verantwortung für den Erhalt der Landschaft wecken.
Die Stadt Lübbenau / Spreewald trägt nicht nur die Landschaft in ihrem Namen, sie ist von Beginn an Stif-tungsmitglied und hat bisher jedes Jahr 10 Tausend Euro für die Arbeit zum Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus finanziert die Stadt eine Kommunal-Kombi Stelle zur Aufrechterhaltung einer kleinen Geschäftsstelle einschließlich Büroräume.
30.06.09
Die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald würdigte am 27. Mai 2009,
dem Tag der Kulturlandschaft, Bauern für die Teilnahme am
Meerrettichprojekt mit einer Urkunde.
Diese wurde vom Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt- und
Verbraucherschutz Dr. Dietmar Woidke überreicht (Foto).
Der Anbau des Spreewälder Meerrettichs dient der biologischen Vielfalt und
der Attraktivität der Kulturlandschaft.
29.04.09
Spreewaldstiftung stemmt Projekte mit geringem Kapital
OSL-Kreis Die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald kann nach anderthalb
Jahren Arbeit bereits einige Projekte vorweisen. Dazu gehören der Erhalt des
Spreewälder Meerrettichs und die Sicherung der traditionellen
Landbewirtschaftung im inneren Oberspreewald. Doch das Stiftungskapital von
derzeit rund 60 000 Euro lässt nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Holger
Bartsch keine großen Sprünge zu. „Wir müssen viel mehr Menschen von unserem
Anliegen überzeugen“, sagt er.
09.04.09
Eine gemischte Bilanz zog die Bürgerstiftung „Kulturlandschaft Spreewald“ auf ihrer 2. Kuratoriumssitzung am 07. April im Landgasthaus
„Zum Stern“ in Werben. Vorstandsvorsitzender Holger Bartsch, Landrat a.D., berichtete den anwesenden Kuratoriumsmitgliedern und
Gründungsstiftern über die Aktivitäten der Stiftung seit der ersten Sitzung des Gremiums im Oktober 2007. Schwerpunkt war neben der
ständigen Werbung neuer Stifter und Sponsoren die Arbeit am Projekt „Sicherung der traditionellen Landbewirtschaftung im inneren
Oberspreewald“. Dabei geht es darum, vorhandene Förderinstrumente (LEADER) zu nutzen, um die traditionellen Formen der Landwirtschaft in
und um Lehde und Leipe in Verbindung mit touristischen Angeboten und unter Bündelung von Sponsoringmitteln für die beteiligten Landwirte
und Flächeneigentümer wieder wirtschaftlich interessant zu machen. Die Stiftung hat hierfür ein Gutachten erstellen lassen, welches in
einem Workshop mit den Betroffenen beraten und als Grundlage für einen Projektantrag bestätigt wurde. Daneben hat sich die Stiftung an der
Organisation und Finanzierung notwendiger Pflegearbeiten an der Wasserschlagwiese in Lehde beteiligt und ein Projekt zum Erhalt und Pflege
des „Spreewälder Meerrettichs“ als traditionelle Kulturpflanze – „Projekt Spreewaldmeerrettich“ auf den Weg gebracht.
Kritischer wurde der Stand der Einwerbung von weiteren Stiftermitteln bzw. der Gewinnung weiterer Stifter bewertet. Die Beratung war sich
darüber einig, dass dies eine Aufgabe ist, der man sich zukünftig konzentriert annehmen wird und Kuratoriumsvorsitzender Werner-Siegwart
Schippel, MdL forderte Vorstand und die Kuratoriumsmitglieder auf, hier jede Möglichkeit zu nutzen, um in persönlichen Gesprächen mit
potentiellen Stiftern und Sponsoren für die Ziele und das Anliegen der Stiftung zu werben, um die „Kulturlandschaft Spreewald“ als
Lebensraum und vor allem als unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor für den Tourismus auch für zukünftige Generationen zu sichern.
Holger Bartsch konnte der Beratung mitteilen, dass die Stiftung dank der Unterstützung der Stadt Lübbenau seit dem 01.04. über eine
festangestellte Mitarbeiterin im rahmen des Programms „Kommunalkombi“ verfügt, womit vor allem die organisatorische Arbeit verbessert
werden dürfte.





